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Dialekte Deutschlands!

Schwaben und Badener können zufrieden sein. Wenn Sie sprechen, hören die Menschen gerne zu, ebenso den Bayern und den Norddeutschen. Sächsisch ist weiterhin der unbeliebteste Dialekt in Deutschland. Das zumindest hat eine repräsentative Umfrage des Instituts für Deutsche Sprache ergeben.

Ca. 30 % der Deutschen gaben an, Sächsisch als „besonders unsympathisch“ zu empfinden. Sehr beliebt ist dagegen das Norddeutsche. 24 % der Interviewten empfanden den herben Klang des Nordens als sympathisch, erklären Sprachforscher. Positiv überrascht stellten sie darüber hinaus fest, dass die Deutschen ihre Sprache lieben, Dialekte pflegen und ausländische Akzente tolerieren. Sie lesen auch sehr gerne Zeitung oder Bücher. Sorge macht den Forschern nur, wie schwer sich viele Deutsche bei der Verständigung mit Ausländern tun. Für die Untersuchung zu aktuellen Spracheinstellungen in Deutschland wurden im Oktober 2008 etwa 2000 Menschen befragt: „Wir hatten wirklich nicht mit so positiven Gefühlen gerechnet“, sagte Sprachforscher Ludwig Eichinger. Statt der erwarteten Nörgelei empfanden viele Befragte „Liebe“ (47%) und „Stolz“ (56%) gegenüber Ihrer Muttersprache. Sie beschreiben sie als schön, anziehend und logisch, nur eben auch ein bisschen schwierig. So manches Vorurteil gegenüber Dialekten und Mundarten dürfte mit dieser Studie nachlassen. 60 Prozent der Deutschen gaben an, dass Dialekt zu sprechen völlig unabhängig vom Bildungsgrad ist. Die meisten von Ihnen leben im Süden und Südwesten von Deutschland. Im Rest der Republik halten vor allem die Berliner im Ostteil der Hauptstadt ihr Fähnchen hoch: 38 Prozent sprechen diesen Dialekt mit Leidenschaft. Eine Unterscheidung zwischen „Ostdeutsch“ und „Westdeutsch“ ist 20 Jahre nach dem Mauerfall kein Thema mehr. Die meisten Interviewten nehmen heute ein sprachliches Nord-Süd-Gefälle wahr. Neben dem Norddeutschen Klang wird ebenso das Bayrische sowie das Schwäbische und Badische als sympathisch empfunden. Viele Befragte hingegen fanden das Sächsische sowie Berlinerische eher unsympathisch. Was weniger überraschend klingt: Berliner und Sachsen lieben Ihren Dialekt. Auch ein ausländischer Akzent ist bei den Deutschen sehr beliebt: Französisch! 48 Prozent sagen, dass Sie gar keinen Akzent unsympathisch finden. Der Rest der Befragten jedoch hört den türkischen sowie den russischen Akzent eher ungern. Bei den jüngeren Erwachsenen bis 29 Jahren wird eine türkische Satzmelodie aber auch als sympathisch gewertet. Umso mehr Kontakt es im Alltag oder der Schule mit Fremdsprachen gibt, desto positiver wirkt nach Einschätzung der Sozialpsychologen auch Ihr Klang. Insgesamt tun sich viele Deutsche Bürger schwer bei der Begegnung mit Einwanderern, die noch wenig oder gar kein deutsch sprechen. Dass Immigranten im Privatleben ihre Muttersprache sprechen, lehnen vor allem Befragte mit einem niedrigen Bildungsgrad ab. Sorgen um die Zukunft der deutschen Sprache machen sich die Forscher allein im Wissenschaftsbereich. Dort hat das Englische die Herrschaft übernommen. An der Leselust der Deutschen zweifeln sie hingegen nicht: 70 % der Interviewten gaben an, täglich Zeitung zu lesen. Ein Drittel – vor allem Frauen – greift gern zum Buch. Auch Internetnutzer lesen laut Studie gerne Zeitung oder Bücher. Viele Befragten legten laut der Studie auch Wert auf ein gepflegtes Deutsch und eine korrekte Rechtschreibung. Ein Gesetz, dass das Deutsche vor negativen Einflüssen schützt, lehnen aber fast zwei Drittel ab.